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Olli Dersch

Positive Emotionen: Wachstum und Erweiterung

Hintergrund

Das wissenschaftliche Forschungsgebiet der Positiven Psychologie beschäftigt sich mit der Frage, wie (psychisch) gesunde Menschen glücklicher werden können und so in ihrem Leben aufblühen. Vor über 20 Jahren durch den amerikanischen Psychologen Matin Seligman initiiert, forschen unzählige Experten aus der Psychologie in diesem Themengebiet – und sie sind zu ermutigenden Ergebnissen gekommen. Kurz gesagt: Menschen können viel dazu beitragen, den Fokus von einer evolutionär bedingten eher negativen Wahrnehmung (und der damit verbundenen psychischen und physischen Reaktionen) deutlich auf positive Aspekte zu verschieben. Dabei werden negative Situationen und Einflüsse nicht grundsätzlich ignoriert (also nicht „Chaka – alles wird gut“), sondern die Wahrnehmung bewusst auf die guten und schönen Dinge gelenkt, die uns Menschen jeden Tag begegnen. Dass dies auch im beruflichen Alltag helfen kann, zeigen wissenschaftlich fundierte Forschungsergebnisse der Positiven Psychologie. Positive Emotionen haben grundsätzlich einen erweiternden Charakter – sowohl auf der körperlichen, als auch auf der mentalen und sozialen Ebene. Die amerikanische Psychologin und Forscherin Barbara Fredrickson berichtet, dass positive Emotionen unsere Aufmerksamkeit und unser Denk- und Verhaltensrepertoire erweitern.

Dies ist für mich ein erfolgskritischer Faktor in Organisationen, insbesondere in Krisensituationen. Denn dann geht es vor allem um Kreativität zur Problemlösung und um neue Strategien. Positive Emotionen fließen – im Jargon der organisationalen Hierarchie – top down: Das Management einer Organisation muss sich der Macht bewusst sein, dass es das emotionale Klima der gesamten Organisation entscheidend prägt. Es kann sich aber entscheiden, ob negativ oder positiv.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass positive Emotionen den Blickwinkel erweitern und uns Zusammenhänge erkennen lassen. Durch die erweiternde Wirkung entwickeln wir neue Fähigkeiten und Ressourcen, die wiederum zu positiven Emotionen führen. Hierdurch entsteht eine Aufwärtsspirale.

Anwendung beim Unternehmer/bei der Führungskraft selbst

Ich möchte hier 2 sehr wirkungsvolle Methoden vorstellen, die kaum Vorbereitung benötigen, quasi sofort anwendbar sind und ihre Wirkung relativ schnell entfalten:

  • Positiver Tagesrückblick (positive Emotion: Dankbarkeit)

Was war heute schön und was habe ich dazu beigetragen? Notieren Sie sich abends 3 Dinge, die im Laufe des Tages schön waren, gut gelaufen sind oder die Sie – wenn auch nur kurz – aus der negativen Gedankenwelt geführt haben. Achten Sie auch auf die kleinen Dinge. Wiederholen Sie dies mindestens an 14 aufeinander folgenden Tagen. Bei Bedarf reduzieren Sie die Häufigkeit, so dass sie noch länger dranbleiben können.

  • Pleasure Walk (positive Emotion: Inspiration/Freude)

Nehmen Sie sich einmal täglich ca. 20 Minuten Zeit und gehen Sie eine bekannte oder auch neue Strecke durch die Natur. Wegen der stressreduzierenden Wirkung eignet sich hier besonders ein Spaziergang durch den Wald. Das Ziel: Sammeln Sie so viele positive Eindrücke wie möglich. Beobachten sie intensiv Vorgänge, nehmen Sie andere Blickwinkel ein, achten Sie auf Details. Ihre innere Haltung ist dabei achtsam, präsent und neugierig. Tipp: Machen Sie diesen Spaziergang alleine und lassen Sie auch Ihr Telefon zu Hause.

Anwendung bei Mitarbeitern in der Organisation

Die oben beschriebenen Methoden eignen sich natürlich auch für Mitarbeiter in der Organisation. Doch Führungskräfte können hier noch viel mehr machen. Ich möchte ihnen eine Vorgehensweise für eine positive Kommunikation vorstellen, die besonders in emotional angespannten Zeiten Menschen auf der Gefühlsebene abholt:

Aktiv Zuhören (positive Emotion: Interesse)

  • Hören Sie Mitarbeitern interessiert zu. Lassen Sie sie ausreden. Interessiertes Zuhören beinhaltert bestenfalls auch Blickkontakt, Zugewandtheit und eine ähnliche Körpersprache.
  • Quittieren sie das Gesagte. Sie dürfen mindestens neutral oder aber auch positiv zustimmend antworten. Ein vermeintlich positiv zustimmendes „Mmmmh“ ist hier nicht gemeint und reicht nicht aus.
  • Fragen Sie nach. Stellen Sie direkte oder indirekte Nachfragen. Fragen Sie nach allgemeinen Zusammenhängen oder auch nach speziellen Details. Wichtig: Ihre Fragen sollten auf Gesagtes basieren und nicht vom Thema ablenken.
  • Wiederholen Sie und fassen Sie zusammen. Hierdurch können Sie sicherstellen, Ihren Mitarbeiter richtig verstanden zu haben. Gleichzeitig signalisieren Sie, dass sie aktiv zugehört und sich Dinge gemerkt haben.
  • Verbalisieren Sie Gefühle. Fragen Sie konkret nach. Bringen Sie die Aussagen Ihres Mitarbeiters mit dem Gefühl in Einklang. Geben Sie, wenn möglich, den Gefühlen einen Namen (also differenzierter als „gut“ oder „schlecht“).
  • Bedürfnisse, Ziele und Motive ansprechen. Bringen Sie das Gespräch zu einem entwickelbaren Ende – also zu einem Punkt, an dem klare Handlungen abzuleiten sind. Möglicherweise erkennt der Mitarbeiter auch, dass das ehrliche Gespräch Hilfe genug war. 

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